Die Auskunft über den Treppen hinab zu den S-Bahnen ist eigentlich nicht zu übersehen. „Aufgrund einer Oberleitungsstörung ist der gesamte Zugverkehr im HBF bis auf Weiteres eingestellt“, steht auf der Anzeigetafel, die ansonsten Abfahrtszeiten am Hauptbahnhof in Stuttgart anzeigt.

Trotzdem eilen etliche Fahrgäste zu den Bahnsteigen. Einige stehen in kleinen Grüppchen herum. Andere suchen Rat beim Fahrer eines Zuges, der im Bahnhof stehen geblieben ist. „Wie komme ich jetzt nach Weil der Stadt?“ fragt eine Dame. „Am besten erst mal mit der U-Bahn nach Zuffenhausen“, lautet die Antwort.

Seit 11 Uhr geht nichts mehr

Bereits seit 11 Uhr geht im Stuttgarter Hauptbahnhof nichts mehr. Fernzüge umfahren den Bahnhof oder halten stattdessen in Esslingen. Auch die S-Bahnen sind betroffen, können den Bahnhof nicht anfahren und pendeln im Halbstundentakt. Die S1 und S2 wenden in Bad Cannstatt, die S3 in Waiblingen, die S4 in Ludwigsburg und die Bahnen der Linien S5, S6 und S60 in Zuffenhausen.

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Ein Ende ist auch um 15 Uhr noch nicht mit Gewissheit abzusehen. Zwar macht ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn den Reisenden Hoffnung, der Schaden solle bis 17 Uhr behoben sein. Am Warteraum oben an den Bahngleisen betont eine Angestellte allerdings, es stehe immer noch ein Fragezeichen hinter dieser Zeitangabe. Es könne auch sein, dass der Zugverkehr am Samstag gar nicht mehr aufgenommen werden könne. Handygespräche zeugen von ungewiss weit verschobenen Ankunftszeiten in Berlin oder München. Schulterzuckend bemerkt ein junger Mann, es bringe ja auch nichts, sich aufzuregen. Das sei nun wirklich höhere Gewalt.

Vergleichsweise gut bedient sind diejenigen, die zum Iron-Maiden-Konzerts in Bad Cannstatt pilgern. Die Straßenbahnverbindung steht. Ein Grüppchen Metal-Fans beschließt, Bier zu besorgen und durch den Park zum Wasen zu laufen. Svenja (21) hingegen will nach Esslingen. Man habe sie nach Cannstatt geschickt, aber auch dort sei keine S-Bahn gefahren. „Jetzt bin ich wieder hier am Hauptbahnhof“, seufzt sie. „Ich komme mir langsam ein bisschen verarscht vor.“

Großer Andrang an den Taxiständen

An den Taxiständen herrscht großer Andrang. Wer sich mit den Ausweichmöglichkeiten auf Bus und Straßenbahn nicht auskennt und es sich leisten kann, lässt sich notgedrungen kutschieren. „Man muss sich die Informationen selber zusammensuchen“, zeigt sich ein Herr leicht genervt. „Ich habe erst nicht einmal mitbekommen, dass auch keine S-Bahn fährt und bin von den Gleisen erst mal nach unten getigert. Ein bisschen mehr Service in Form von klaren Durchsagen wäre nicht schlecht.“

Insgesamt ist die Stimmung erstaunlich ruhig. Abgesehen von der Unklarheit, wie es weitergehen soll, die vielen im Gesicht steht, überwiegt die Zuversicht, doch irgendwie ans jeweilige Ziel zu kommen. Das Personal hilft weiter so gut es geht. Freundlich und verbindlich. „Die können ja auch nichts dafür“, sagt Steffen (46). „Eines aber kapiere ich wirklich nicht: Wie kann die Störung einer einzigen Leitung den ganzen Bahnhof lahmlegen?“