Die Sonne scheint und lädt ein zu Picknicks auf der Wiese, Grillen am See oder einfach einer Pause im Park. Doch der Besuch in der Natur hinterlässt allzu oft Spuren. Müll, der entweder achtlos liegen gelassen wurde oder den man sogar absichtlich an einem ruhigen Ort loswird. „In den vergangenen zehn Jahren hat die Vermüllung stetig zugenommen“, sagt Martin Thronberens, Sprecher der Stadt Stuttgart. Am häufigsten entledigten sich Abfallsünder in den späten Abend- oder Nachtstunden – wenn sie sich unbeobachtet fühlen oder unter Alkoholeinfluss stehen.

Doch anders als im vergangenen Sommer sorgt nicht mehr hauptsächlich die sogenannte Partyszene für vermüllte Plätze. Die Jugendlichen können ihre Freizeit nun wieder in Clubs und Bars verbringen – und somit wird weniger an öffentlichen Plätzen gefeiert. „Seit der Lockerung der Pandemiemaßnahmen hat sich das etwas entspannt, insbesondere auch in Naherholungsgebieten und Parkanlagen ist der Verschmutzungsgrad zurückgegangen“, bestätigt Thronberens.

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Beim Garten- und Friedhofsamt, das für die Pflege von Parkanlagen in Stuttgart zuständig ist, heißt es ebenfalls: „Die Partyszene ist weniger das Problem. Einfache Familienfeste arten immer mehr in Müllorgien aus, die neben den bestehenden Aufgaben zeitnah beseitigt werden müssen.“ Die Hinterlassenschaften von Großfamilien, die in den Grünanlagen picknicken, mache den Mitarbeitenden sehr viel Arbeit.

Müll wird achtlos weggeworfen oder liegen gelassen

„Zum einen wird der öffentliche Raum mehr genutzt als früher, was ja eigentlich schön ist“, erklärt Thronberens. Andererseits fehle es zunehmend an Respekt – vor der Natur, aber auch vor den Menschen, die den Müll wieder beseitigen müssen. „Das ist natürlich kein Problem, das speziell für Stuttgart gilt. Das erleben wir deutschlandweit.“

Das sogenannte Littering, also das achtlose Wegwerfen von Kleinmüll, findet nach Angaben des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) hauptsächlich in den belebten Fußgängerzonen wie der Königstraße oder der Cannstatter Marktstraße, aber auch in den Naherholungsgebieten, wie beim May-Eyth-See oder den Parkanlagen wie dem Killesberg statt. Illegaler Müll wie Hausmüll, Bauschutt oder Sperrmüll wird dagegen gerne an Glas- oder Altkleidercontainern abgelegt oder an abgelegenen Parkplätzen und anderen Stellen an Feld- oder Waldrändern, die schlecht einsehbar sind. Der Stuttgarter Gemeinderat hatte auf die wachsende Vermüllung reagiert und für die Umsetzung der Kampagne „Sauberes Stuttgart“ von Dezember 2017 bis zum Jahr 2022 45,4 Millionen Euro beschlossen – unter anderem für 120 neue Mitarbeitende, mehr Mülleimer, neue Fahrzeuge und mehr Kontrollen bei höheren Bußgeldern.

Stadt reagierte mit Kampagne „Sauberes Stuttgart“

Seitdem werden die öffentlichen Abfallkörbe im Stadtgebiet je nach Standort und Müllaufkommen zwischen einmal in der Woche und mehrmals täglich geleert. In der Innenstadt werden die Straßen in mehreren Schichten täglich gereinigt und die Abfallkörbe geleert. In der Abteilung Stadtgrün des Garten- und Friedhofsamtes wurden sieben Mitarbeiter eingestellt, die sich ausschließlich um 70 Brennpunktspielplätze kümmern und diese zweimal in der Woche anfahren und reinigen.

Stehen gelassene Glasflasche kann teuer werden

Doch auch wenn sich die Bußgelder erhöht haben – für eine weggeworfene Zigarettenkippe zahlt man mindestens 75 Euro, und eine stehengelassene Glasflasche kann mit 100 bis 800 Euro geahndet werden – schreckt das die Müllsünder kaum ab. „In der Praxis ist es schwierig, jemanden auf frischer Tat zu erwischen. Denn solche Delikte werden in aller Regel unterlassen, wenn der Städtische Vollzugsdienst mit einer uniformierten Streife auftaucht“, sagt Thronberens. Deshalb seien immer wieder Zivilstreifen unterwegs. Wie viele Mülldelikte auf diese Weise jedoch verhindert werden, kann die Stadt nicht beziffern. Denn es kommt nicht immer zu einer Anzeige – oft wird nur eine Verwarnung ausgesprochen, wenn sich der Müllsünder einsichtig zeigt.

Doch bei allen Bemühungen, die Stadt sauber zu halten, können die Mitarbeitenden von AWS und Garten- und Friedhofsamt eben nicht überall sein. Sie appellieren daher an die Einsicht der Bürger, den mitgebrachten Müll auch wieder mitzunehmen beziehungsweise ordnungsgemäß zu entsorgen. „Wer den öffentlichen Raum nutzt, sollte damit pfleglich umgehen“, bringt es Martin Thronberens auf den Punkt.