„Relegationskönig“ Magath hinterlässt Großbaustelle

Felix Magath (r.) führte Hertha BSC zum Klassenerhalt
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Felix Magath hat es mal wieder allen gezeigt. Nach der Rettung sieht der Relegationskönig seine Mission bei der Hertha als beendet an – und hinterlässt eine Berliner Großbaustelle.

Als bei Hertha BSC die ersten Köpfe rollten, hatte sich Felix Magath längst zum Holzhacken in den heimischen Garten verabschiedet. Der „Relegationskönig“ hat fertig: Seine Mission, die Berliner vor dem Fegefeuer der 2. Liga zu bewahren, ist erfüllt.

Nach dem Klassenerhalt im Nachsitzen sprach der „Magier“ Magath erleichtert von der „schwierigsten Aufgabe“ seiner jahrzehntelangen Trainerkarriere – und er kündigte im nächsten Atemzug seinen Abgang an. „Ich hatte den Auftrag, die Hertha in der ersten Liga zu halten“, sagte Magath bei „Sky“: „Ich sehe es als selbstverständlich an, meine Sachen in Berlin zu packen und nach Hause zu gehen.“ Was er dort am Dienstag tun wolle? „Holz hacken.“

Von dort aus konnte der 68-Jährige in Seelenruhe den vorläufigen Höhepunkt im vereinsinternen Hertha-Machtkampf verfolgen. Präsident Werner Gegenbauer und Finanz-Boss Ingo Schiller zogen am Dienstagmorgen, nur wenige Stunden nach dem 2:0 (1:0) im Relegationsrückspiel gegen den Zweitligisten Hamburger SV, die Konsequenzen aus einer Saison zum Vergessen und gaben im Ringen mit Investor Lars Windhorst entnervt auf.

Erst meldeten die Wirtschaftswoche und die Bild-Zeitung den Rücktritt Gegenbauers (Präsident seit 2008), später teilte Hertha selbst mit, dass Schiller (Geschäftsführer seit 1998) den Verein zum 31. Oktober verlassen werde. Magath, Gegenbauer und Schiller werden die Berliner also nicht in die Zukunft führen.

Klubspitze, Trainer, und womöglich auch etliche Spieler: Tabula rasa bei der Hertha – der Klub steht vor einem personellen Neuanfang. „Wir müssen Ruhe reinbringen in den Verein“, appellierte Routinier Kevin-Prince Boateng. Doch mit der Ruhe ist das an der Spree vor der wegweisenden Mitgliederversammlung am kommenden Sonntag so eine Sache.

Noch steht in den Sternen, wie der Kader in der nächsten Bundesliga-Saison aussehen könnte. Und auch für den Trainerposten gibt es noch keinen heißen Kandidaten. Der Ex-Mainzer Sandro Schwarz (43/Dynamo Moskau) wird gehandelt, ebenso Adi Hütter (52/zuletzt Gladbach).

Das Geld dürfte dabei jedenfalls keine Rolle spielen. Denn Investor Windhorst, der seit seinem Einstieg 375 Millionen Euro einbrachte, hat in Aussicht gestellt, neues Kapital zur Verfügung zu stellen – aber nur unter einer neuen Führung ohne Gegenbauer. Dafür wäre der Weg nun frei. Mit Spannung wird jedoch die Rede des Hertha-Investors am Sonntag erwartet, wenn er erstmals direkt zu den Mitgliedern zu sprechen beabsichtigt.

Fredi Bobic bedankte sich unterdessen noch einmal ausdrücklich bei Magath. „Er hat etwas Außergewöhnliches geleistet“, sagte der Sport-Geschäftsführer. Und auch Windhorst hob die Dienste des Trainergurus hervor: „Seine Erfahrung und Führungsstärke haben den Verein vor dem Abstieg bewahrt.“

Tatsächlich war es Magath, der in den entscheidenden Momenten an den richtigen Fäden zog. Seine Psychospielchen („Der Druck liegt beim HSV“) erzielten beim Gegner ganz offensichtlich Wirkung, sein Schachzug, im Rückspiel voll auf Kevin-Prince Boateng („Der Prince ist ein Finalspieler“) zu setzen, ging auf. Der HSV war gegen die Wucht und Vehemenz der Berliner trotz des 1:0-Hinspielvorsprungs chancenlos.

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