Magath hält Theater um Lewandowski für „Grundsatz-Problem“

Robert Lewandowski will den FC Bayern verlassen
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Felix Magath hält den Fall des abwanderungswilligen Robert Lewandowski beim FC Bayern München für ein „Grundsatz-Problem“.

Für einen Trainer sei das kaum lösbar, sagte der 68-Jährige der zuletzt als Coach den Berliner Bundesligisten Hertha BSC vor dem Abstieg bewahrt hatte, in einem Interview der Schweizer Boulevardzeitung „Blick“. „Ältere Spieler, die viel für einen Verein getan haben, werden manchmal auch zum Problem“, sagte Magath.

Der ehemalige Profi riet den Vereinen, Themen wie die Vertragslaufzeiten frühzeitig aktiv anzugehen. Sie sollten nicht warten, „bis man dazu gezwungen wird. Agieren statt reagieren ist auch in solch einem Fall immer besser“, sagte Magath: „So, wie es jetzt ist, ist es eine unschöne Situation für alle Beteiligten.“

Der Vertrag von Lewandowski beim deutschen Meister und Rekordtitelträger endet nach der kommenden Saison. Der 33 Jahre alte Pole könnte den Klub dann ablösefrei verlassen.

Lewandowski hatte in dieser Woche bei der polnischen Nationalmannschaft den Druck auf einen Transfer ein Jahr vor dem Ablauf seines Vertrages aber erhöht. „Für heute steht fest: Meine Geschichte mit Bayern ist vorbei“, hatte er gesagt und einen sofortigen Transfer als „die beste Lösung für beide Seiten“ aus seiner Sicht bezeichnet.

„Er war bis zuletzt super erfolgreich bei Bayern München“, kommentierte Magath, der von Juli 2004 bis Januar 2007 einst selbst die Münchner trainierte: „Normalerweise müssten alle nur zusammen glücklich sein.“

Magath klagt: „Vergessen wird oft die Psyche“

Derweil hält der Trainer-Routinier die Datenflut im modernen Fußball für problematisch: „Fußball ist so komplex, weil es mit Menschen zu tun hat.“

„Aber in vielen Klubs wird zu sehr auf die Daten geschaut statt auf den Menschen“, sagte der 68-Jährige, der nicht zum ersten Mal den Erfahrungsfaktor bei einem Trainer betonte.

Beispielhaft nannte Magath einen Spieler, der wegen schlechter Laktatwerte aus dem Training genommen werde. Diese geben – grob gesagt – Auskunft über den körperlichen Fitnesszustand.

„Vergessen wird dabei oft die Psyche. Wenn zum Beispiel einem Spieler gerade die Freundin weggelaufen ist, dann könnte es sein, dass er sich nicht so gut fühlt“, sagte Magath. „Und es könnte sein, dass er im Training auch nicht ganz so gute Werte erzielen kann, weil er die Nacht vorher wenig geschlafen hat. Die Reaktion vieler Datenanalysten ist dann: Da stimmt was nicht, wir müssen sofort eingreifen und die Trainingsarbeit reduzieren. Aber das Warum wird vernachlässigt.“

Auch was die Abläufe in einem Spiel betrifft, ist Magath eher zurückhaltend in Sachen Daten. Diese seien als Hilfe da, aber wenn er den ganzen Tag nur mit Zahlen arbeite, „sehe ich irgendwann den Wald vor Bäumen nicht mehr“, sagte der ehemalige Profi und weit gereiste Trainer, der zuletzt den Berliner Fußball-Bundesligisten Hertha BSC vor dem Abstieg gerettet hatte.

„Vielleicht würde mich eine Nationalmannschaft reizen“

Auch dank seiner Erfahrung. „Ich glaube nicht, dass es dem Spiel gerecht wird, wenn man versucht, aufgrund von Daten vorher haargenau zu planen, wie alles ablaufen soll“, betonte Magath. Ein Fußballspiel entwickle sich, „und es entstehen Situationen, in denen vor allem der Faktor Mensch bei Entscheidungen in Sekundenbruchteilen gefragt ist“.

Ob er selbst womöglich noch mal einen Posten als Trainer übernimmt, ließ Magath offen. „Das weiß ich noch nicht“, antwortete er auf die Frage, wie lange sich seine Frau freuen dürfe, dass er bei ihr bleibe? „Vielleicht würde mich eine Nationalmannschaft reizen“, ergänzte Magath: „Ich muss mich jetzt erst mal von diesen Wochen erholen. Und werde mir dann in Ruhe Gedanken machen, wie es mit konkret weitergehen soll.“

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