Hertha-Boss tritt zurück und klärt über Windhorst-Zoff auf

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Werner Gegenbauer ist nun doch vom Amt des Präsidenten beim Fußball-Bundesligisten Hertha BSC zurückgetreten. Noch wenige Stunden zuvor hatte der Hauptstadtklub entsprechende Medienberichte dementiert. Mittlerweile hat Gegenbauer auch die Umstände seines Streits mit Investor Lars Windhorst genauer erläutert.

„Ich habe heute gegenüber dem Präsidium meinen Rücktritt als Präsident von Hertha BSC erklärt. Auch den Aufsichtsrat […] sowie die Geschäftsführung […] habe ich über meine Entscheidung informiert. Ich bin dankbar und stolz, dass ich 14 Jahre als Präsident unseres großartigen Vereins handeln durfte. Es war mir zu jeder Zeit eine Ehre, dem Club und seinen Mitgliedern dienen zu dürfen“, zitiert die Vereinshomepage von Hertha BSC den 71-Jährigen.

Mit seinem Entschluss möchte Gegenbauer laut seinem Statement einen Neuanfang beim selbst ernannten „Big City Club“ einleiten.

Gegenbauer amtierte seit 2008 als Hertha-Präsident, zuletzt waren jedoch Zwistigkeiten zwischen ihm und Investor Lars Windhorst öffentlich geworden. Mit Windhorst direkt habe sein Rücktritt aber nichts zu tun, betonte Gegenbauer.

„Ich möchte ausdrücklich klarstellen, dass die momentanen Unstimmigkeiten mit unserem Investor bei meiner Entscheidung keine Rolle gespielt haben. Diese Auseinandersetzung ist nie eine persönliche gewesen. Es ist eine Kontroverse zwischen Hertha BSC und der Tennor Holding.“

Bei „Bild-TV“ hatte Windhorst im März gesagt, Gegenbauer gehe es „sehr stark um den eigenen Machterhalt“, es gebe „Seilschaften“ und „Klüngelei“. Er sei nicht gegen das gesamte Präsidium, er sei „ganz klar gegen die Spitze und deren Gefolgsleute“. Windhorst hatte seit seinem Einstieg im Jahr 2019 375 Millionen Euro investiert.

Gegenbauer spezifiziert seine Probleme mit Windhorst

Bei „Bild“ spezifizierte Gegenbauer nach seinem Rücktrittsgesuch nun, worum es in dem Konflikt mit Windhorst genau geht. „In erster Linie um zwei Dinge: Einfluss und Geld. Ich habe von Anfang an klargestellt, dass ich der Präsident der Mitgliederinnen und Mitglieder von Hertha BSC bin. Nur Ihnen bin ich verpflichtet. Und darum habe ich dafür gesorgt, dass wir immer und zu jeder Zeit die volle Entscheidungsgewalt behalten, obwohl wir einen Investor haben“, sagte Gegenbauer.

„Ich habe mich zur 50-plus-1-Regel bekannt. Und die besagt nun einmal, dass am Ende Hertha BSC und seine Gremien und Abteilungen alle Entscheidungen fällen. Das betrifft strategische, strukturelle und natürlich auch die Personal-Entscheidungen. Es ist daher kein Zufall, dass Windhorst bei seinem Vorgehen, in erster Linie offen den Präsidenten und verdeckt Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller angegriffen hat“, so der scheidende Präsident weiter. „Beide standen seinem Ziel nach Einflussnahme auf personelle und strategische Entscheidungen im Weg.“

Er und seine Mitstreiter hätten versucht, Tennor bei allen Entscheidungen mitzunehmen, so Gegenbauer weiter. Und zwar „weit über unsere vertraglichen Verpflichtungen hinaus“, verriet der 71-Jährige. „Gleichzeitig erwarten wir natürlich, dass Tennor seine Verpflichtungen erfüllt – und vertragsgemäß und pünktlich für seine Anteile an der Hertha BSC KGaA zahlt. Das ist sehr häufig leider nicht passiert, was die Planungen des gesamten Vereins und besonders der Lizenzspieler-Abteilung in erhebliche Turbulenzen gebracht hat.“

Windhorsts Vorwürfe, es sei Geld verbrannt worden, widersprach Gegenbauer. Ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer hätte zuletzt bestätigt, dass „alles korrekt abgelaufen“ sei. „Das sind Fakten“, legte er nach.

Durch den Konflikt mit Tennor habe sich in Berlin einiges zum Schlimmen verändert. „Die jüngsten Aussagen von Lars Windhorst haben zu einer Spaltung in der Hertha-Familie geführt, wie es sie vorher nie gegeben hat. Es muss das Ziel aller Beteiligten sein, wieder zusammenzufinden“, sagte Gegenbauer.

Hertha BSC: Seit Windhorst geht es bergab

Hertha hatte seit dem Einstieg Windhorsts fast ausschließlich gegen den Abstieg gespielt, obwohl der Investor einst Europa als eines seiner Ziele ausgegeben hatte. Seitdem kam der Klub nicht zur Ruhe. Alleine in der abgelaufenen Saison betreuten den Verein drei Cheftrainer. Felix Magath rettete Hertha schließlich, nachdem Pál Dárdai und Tayfun Korkut entlassen worden waren.

Gegenbauer bedankte sich derweil bei allen Herthanerinnen und Herthanern und allen Mitarbeitern auf der Geschäftsstelle.

„Abschließend gilt mein besonderer Dank meinen Kolleginnen und Kollegen aus dem Präsidium, die sich sehr um Hertha BSC und das Ehrenamt verdient gemacht haben“, schloss Gegenbauer seine Rede. 

Die Hertha-Mannschaft hatte sich erst am Montagabend durch einen 2:0-Erfolg beim Hamburger SV im Relegations-Rückspiel die weitere Zugehörigkeit zur Bundesliga gesichert. In Berlin wurde seit längerem mit einem Rückzug von Gegenbauer vor der Mitgliederversammlung am Sonntag gerechnet. Dort hätte ihm möglicherweise die Abwahl gedroht.

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