„Es gibt bestimmt eine Abrissparty“ – VfB Stuttgart nach Klassenerhalt im Freudentaumel

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Es ist eigentlich unmöglich, die Geschichte einer ganzen Saison in ein einziges Spiel zu packen, aber der VfB Stuttgart hat es gegen den 1. FC Köln recht überzeugend versucht. Gerade in der ersten Hälfte spielten sich die Schwaben eine Vielzahl bester Gelegenheiten heraus, ließen aber – wie so oft in dieser Spielzeit – zu viele Chancen liegen. In der Schlussphase bewies das Matarazzo-Team dann eine unglaubliche Willensstärke, die schon in den vergangenen Monaten öfter dafür gesorgt hatte, dass der Anschluss an Platz 15 nicht verloren ging.

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2,4 zu 0,3 lautete der xGoals-Wert nach 45 Minuten, aber der VfB führte nur mit 1:0. Das Herausspielen von Möglichkeiten war in dieser Spielzeit viel weniger das Problem als das verwerten Derselbigen. 448 Torschüsse stehen für Stuttgart am Ende der Saison zu Buche. Damit bewegen sich die Schwaben im gesicherten Mittelfeld der Bundesliga und kamen deutlich häufiger zum Abschluss als die Konkurrenz im Tabellenkeller. Fürth, Bielefeld und Hertha belegen nicht nur nach Punkten und Toren, sondern auch nach Torschüssen die letzten drei Plätze (Bielefeld 360, Hertha 358 und Fürth 313). Die Schwaben sind dafür bei der Abschluss-Effizienz im absoluten Tabllenkeller. In der kompletten Saison erspielten sich die Schwaben einen xGoals-Wert von 50,2, erzielten aber lediglich 41 Treffer. Nur der VfL Wolfsburg hat seine zu erwartenden Tore noch mehr unterboten als der VfB.

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Dennoch hätte vermutlich auch der eine Treffer zu einem Heimsieg gereicht, wenn nicht gegen den FC eine zweite Konstante aus dieser Spielzeit hinzugekommen wäre: ein individueller Fehler. Florian Müller ermöglichte Anthony Modeste mit einem Fehlgriff nach einem harmlosen Schuss von Florian Kainz sein 20. Saisontor und brachte die Kölner wieder zurück ins Spiel. Es dauerte auch eine ganze Weile, bis sich der VfB von dem Schock erholte.

Signalwirkung entfachte dabei ein Treffer, der gar nicht in Stuttgart fiel. Als die Kunde vom Dortmunder 2:1 gegen Hertha BSC die Runde machte, entwickelte sich eine elektrisierende Atmosphäre. „Das Stadion hat vibriert, so habe ich das Stadion noch nie gesehen“, beschrieb Hansi Müller nach dem Abpfiff – und die VfB-Legende hat schon zahlreiche Erfolge der Schwaben miterlebt. Auf einmal wurden die Beine der Spieler wieder locker und der Glaube an den Klassenerhalt schien zurückzukehren. Als es in der Nachspielzeit noch einmal Ecke für den VfB gab und Unglücksrabe Florian Müller sich auf den Weg in den Kölner Strafraum machte, entfachte das eine Atmosphäre, wie sie es nur im Saisonfinale gibt. Es folgten Sekunden für die Ewigkeit.

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Wataru Endo flog mit solch einer Wucht und Entschlossenheit in die Kopfballverlängerung von Hiroki Ito, dass er in Stuttgart für immer eine Legende bleiben wird. „Vielleicht ist es der beste Moment meines Lebens“, sagte der Mittelfeldarbeiter nach der Partie. Der Treffer löste unglaublichen Jubel aus, der sich nach dem Abpfiff vollends entlud. „Ich habe nach so viel Jubeln und Schreien Kopfschmerzen. Es war absolute Ekstase“, beschrieb VfB-Coach Matarazzo nach dem 2:1-Sieg, der wie viele der Spieler und Fans kaum wusste, wohin mit den ganzen Emotionen. Nur in einem war Matarazzo sich ganz sicher: „So einen Moment wie heute vergisst man nie“.

Allen Stuttgartern steht noch ein langer Abend bevor: „Wir werden heute defintiv weiterfeiern – es gibt bestimmt eine Abrissparty im Stadion“, gab Matarazzo die Parole aus. Die Greenkeeper werden die ausgelassene Jubelfeier von Fans, Spielern und Verantwortlichen auf dem Rasen sicher verschmerzen können. Sie haben durch den Sieg gegen Köln schließlich Planungssicherheit. Erst Anfang August muss das Grün wieder in einem perfekten Zustand sein. Dann startet nämlich die Bundesliga-Saison 2022/23 – und das trotz aller Widrigkeiten mit dem VfB Stuttgart.

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