Eintracht Frankfurt: Die Schlüsselspieler im Europa-League-Finale

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Am 18. Mai (21 Uhr) trifft Eintracht Frankfurt in Sevilla auf die Glasgow Rangers. Der Lauf der Hessen im Europapokal ist beeindruckend. Und die ganze Bundesliga dürfte dem Team von Oliver Glasner im Endspiel die Daumen drücken. bundesliga.de zeigt, auf welche Spieler es im Europa-League-Finale gegen die Schotten ankommt.

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Kevin Trapp

Ganz hinten fängt es an: Torhüter Kevin Trapp ist der sichere Rückhalt der Eintracht, parierte in seinen bisher 31 Bundesliga-Partien 72 Prozent der Bälle. Fünf Mal blieb er dabei ohne Gegentor – das ist angesichts der mäßigen Saison, die die Hessen im Vergleich zur vorangegangenen Spielzeit absolviert haben, ein guter Wert.

Besonders in Erinnerung dürfte geblieben sein, wie er nach seiner Verletzung gleich zum Frankfurter Helden wurde, als er in der Partie gegen die TSG 1899 Hoffenheim nach auskurierter Verletzung wieder auf dem Platz stand und in der Schlussminute den Punkt rettete. Bei seiner Parade gegen Andrej Kramaraic war nicht mehr viel davon zu sehen, dass er sich kurz zuvor eine Bänderdehnung im Handgelenk zugezogen hatte. Die Verletzung, die er im Viertelfinal-Rückspiel beim FC Barcelona erlitten hatte, hatte ihn zu einer Pause am 30. Spieltag gezwungen: Im Auswärtsspiel bei Union Berlin stand der SGE-Keeper nicht im Kader.

Trapp hat in dieser Saison häufig eine gute Figur gemacht, herausragend aber war sein Einsatz beim 2:1-Auswärtssieg der Eintracht bei den Bayern. Damals war er der überragende Spieler, parierte zehn Torschüsse des Rekordmeisters. Das bedeutete für ihn einen persönlichen Bundesliga-Rekord.

Evan Ndicka

Ebenso wie Torhüter Trapp hat auch Evan Ndicka das Heimspiel gegen Hoffenheim in besonderer Erinnerung. Zunächst unterlief ihm ein Eigentor, dann traf er selbst per Kopf, ehe er das zwischenzeitliche 2:1 von Daichi Kamada vorbereitete. Allerdings verlor der SGE-Verteidiger in der Schlussphase des Kopfballduell gegen Georginio Rutter, der den 2:2-Endstand erzielte. Auch wenn es ihm nicht gefallen haben dürfte, dass er gewissermaßen an allen vier Toren dieser Partie beteiligt war, bedeutet das Hoffenheim-Spiel für ihn einen Erfolg. Erstmals sammelte Ndicka in einem Bundesliga-Duell zwei Scorer-Punkte.

Seine Parade-Rolle ist in der Abwehr, dort hat er sich in der Zentrale längst einen Stammplatz gesichert. Der Linksfuß kann sowohl in der Vierer- als auch in der Dreierkette spielen. Verteidigt die Eintracht zu viert, hält sich Ndicka links neben Martin Hinteregger auf, ebenso wie in der Dreierkette. Dadurch kommt der Franzose auf die meiste Einsatzzeit aller Frankfurter Feldspieler.

Neuer persönlicher Rekord

Seine Einsatzzeit hat er gut genutzt. In dieser Saison hat er bereits acht Scorer-Punkte gesammelt, so viele wie noch nie zuvor in seiner Karriere. Sowohl die vier Treffer, die er selbst erzielte, als auch die vier Vorlagen, die er gab, bedeuten für ihn einen persönlichen Saisonrekord. Damit ist er übrigens der zweitgefährlichste Verteidiger der Bundesliga. Lediglich Philipp Lienhart vom Sport-Club Freiburg traf einmal mehr als Ndicka, der noch dazu ein echter Standard-Spezialist ist. Drei Mal traf er nach Ecken – in der Bundesliga gelang das nur Torschützenkönig Robert Lewandowski häufiger (vier Mal).

Der Abwehrspieler gewann nur durchschnittliche 59 Prozent seiner Zweikämpfe, dabei ist er in der Luft deutlich stärker als am Boden. Seine 41 Fouls sind die meisten bei Frankfurt, das drückt die Bilanz. Ndicka brachte 89 Prozent seiner Pässe zu Mitspielern – nur Makoto Hasebe war bei der Eintracht noch passsicherer. Durch seinen Topspeed (34,5 km/h) schaltet sich Ndicka in manchen Phasen des Spiels gerne offensiv ein und bringt dadurch Überzahl im Angriff, der mit Filip Kostic vor ihm angetrieben wird. Die Leistungen des Innenverteidigers wurden zuletzt honoriert: Ndicka wurde in das „Team of the season“ gewählt.

Filip Kostic

Schon jetzt ist der 3:2-Sieg der Eintracht in Barcelona legendär – dieser Triumph wäre ohne das Zutun von Filip Kostic aber nicht möglich gewesen. Der serbische Nationalspieler erzielte gegen die Katalanen einen Doppelpack und bereitete ein Tor vor – damit war er der unbestrittene Matchwinner der Hessen. Verständlich, dass er in bester Messi-Manier jubelte. Und das im ehrwürdigen Stadion Camp Nou.

Sein Auftritt dort war aber nicht der einzige Glanzpunkt des schnellen Außenangreifers in dieser Saison. Kostic ist mit vier Toren und neun Vorlagen der beste Vorbereiter seiner Mannschaft. Und auch der beste Scorer der Eintracht. Er legte für 84 Torschüsse auf – so oft wie kein anderer Bundesliga-Spieler in dieser Saison.

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Mit seinem Torriecher wurde er zum Helden beim Auswärtssieg bei den Bayern: Kostic bereitete das 1:1 vor und erzielte das Siegtor selbst. Erstmals seit 2000 hatte die SGE wieder ein Auswärtsspiel beim Rekordmeister gewonnen.

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Kostic bleibt weiter die Antriebsfeder auf dem linken Flügel, schlug ligaweit die zweitmeisten Flanken aus dem Spiel (186) nach Hoffenheims David Raum. In den vergangenen beiden Spielzeiten hatte er ligaweit jeweils die meisten Flanken auf seinem Konto. In der aktuellen Bundesliga-Saison schlug er acht Flanken mit Torfolg (alle seit dem 11. Spieltag) – das ist zusammen mit Raum ebenfalls Bundesliga-Bestwert.

Kostic ist schnell und sucht oft das Dribbling, ist dadurch bei Konterangriffen ein wichtiger Faktor. Wirklich trickreich ist er allerdings nicht, vielmehr besticht er durch seine Schnelligkeit: Seine in dieser Saison gemessene Höchstgeschwindigkeit von 33,9 km/h ist eine der höchsten bei der SGE. Kostic marschiert auf dem linken Flügel ohne Ende. So ist er auch in der 90. Minute dazu in der Lage, einen Sprint über 80 Meter anzuziehen.

Ansgar Knauff

Bis 2023 ist Ansgar Knauff von Borussia Dortmund an die Eintracht ausgeliehen. Der 20-Jährige spielt seit Januar für die Hessen – und lebte sich sehr schnell ein. Am 25. Spieltag erzielte er beim 4:1-Sieg in Berlin sein erstes Tor für die Eintracht. Knauff war damit der 269. Frankfurt Torschütze in der Bundesliga-Historie. Das ist ein Allzeit-Höchstwert.

Im Europapokal aufgedreht

Doch dabei blieb es in der Liga. Dafür – und das macht richtig Hoffnung für das Endspiel gegen Glasgow – lief es in der Europa League rund. Gegen Barcelona und West Ham traf Knauff jeweils einmal.

Knauff bestritt 20 Bundesliga-Spiele, die ersten elf davon absolvierte er als Joker. Seit Februar 2022 erhält er auch Bewährungschancen in der Startelf, agiert dabei stets rechts auf der Schienenposition. Der Angreifer ist schnell, er erreichte bei der Eintracht in dieser Bundesliga-Saison einen der höchsten Topspeeds (34,8 km/h). Die sonst nur über die linke Seite nach vorne spielende SGE wurde durch den Youngster also noch mal flexibler. Konnten sich die meisten Teams auf Filip Kostics Vorstöße einstellen, ist mit Knauff nun ein weiterer Gefahrenherd auf der anderen Seite auf dem Feld.

Sebastian Rode

Seit dieser Saison ist Sebastian Rode Kapitän der Eintracht. Aber: Er verpasste  die ersten Saisonspiele wegen Knieproblemen. Im defensiven Mittelfeld klaffte daher eine große Lücke. Neun Bundesliga-Spiele absolvierte Rode in dieser Saison von Anfang an, zumal er auch in der Rückrunde lange passen musste. Bemerkenswert: Keins der Spiele bestritt er über die kompletten 90 Minuten. An den ersten 16 Spieltagen reichte es lediglich für sechs Joker-Einsätze.

Dass er zuletzt nicht spielte, war der Rotation der Eintracht geschuldet. An den Spieltagen 32 und 33 stand er jeweils nicht im Kader, weil Trainer Oliver Glasner ihn für die wichtigen Europapokal-Partien schonen wollte. Ohnehin bewegte sich Frankfurt in dieser Zeit in Tabellensphären, in den weder nach unten noch nach oben viel gehen sollte.

Zweikampf-Qualitäten sind ligaweit gefürchtet

Seit er zuletzt im September 2020 in der Bundesliga getroffen hatte, war lange Ebbe. Erst am 11. Spieltag bei Greuther Fürth traf er als Joker zur 1:0-Führung. Das blieb in dieser Saison der einzige Treffer des Mittelfeldspielers.

Doch ohnehin fürchten seine Gegenspieler eher die Zweikampf-Qualitäten. In der Saison 2020/21 sah er ligaweit die zweitmeisten Gelben Karten. Das schmälerte seine Einsatzbilanz. 27 Partien konnte er absolvieren, allerdings hatte ihn schon damals eine Knieverletzung ausgebremst. Aufgrund der zehn Gelben Karten musste Rode zudem zwei Spiele aussetzen. In dieser Saison nahm er sich ein wenig zurück. In 16 Partien sah er nur einmal Gelb.

Rafael Borre

Als einziger Frankfurter stand Rafael Borre an den ersten 29 Spieltagen immer auf dem Platz. 26 Mal lief er dabei von Beginn an auf. Die Serie riss, als er drei Tage nach dem Sensationsspiel in Barcelona eine Erholungspause erhielt. Im Auswärtsspiel bei Union Berlin blieb er auf der Bank. Bei den Katalanen hatte Borre richtig abgeliefert: Beim 3:2 gelang ihm ein Traumtor.

Während Trainer Glasner ihm bei den Köpenickern eine Pause gegönnt hatte, musste Borre am 31. Spieltag im Auswärtsspiel bei Bayer 04 Leverkusen wegen seiner fünften Gelben Karte passen. Am 32. Spieltag stand er auch nicht im Kader.

Eintracht wartet auf den großen Tag

Borre kam ablösefrei von River Plate nach Frankfurt und hat gemeinsam mit Sam Lammers die schwere Aufgabe, den zu RB Leipzig gewechselten 28-Tore-Stürmer Andre Silva zu ersetzen. Der klein gewachsene 26-Jährige ist ein anderer Stürmertyp als der kopfballstarke Silva, aber dennoch bei Flanken gefährlich. Seine drei Tore nach Flanken übertrifft in der Bundesliga nur Kölns Anthony Modeste.

Borre ist mit acht Toren der alleinige SGE-Top-Torschütze dieser Bundesliga-Saison. Sieben Mal traf Borre mit seinem starken rechten Fuß – einmal per Kopf. Seine 55 Torschüsse sind die zweitmeisten aller Frankfurter. Auch vier Torvorlagen sind ein ordentlicher Wert für Borre; bei der Eintracht bereitete nur Filip Kostic mehr Treffer vor (neun) und Kostic sammelte auch als einziger Frankfurter mehr Scorer-Punkte (13) als Borre (12).

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