Viktoria Berlin verabschiedet sich zurück in die Regionalliga

Viktoria Berlin unterliegt gegen den SV Meppen mit 3:4.
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Christoph Menz schnappte sich den Ball und brachte ihn so schnell wie möglich zur Mittellinie zurück. Er hatte gerade den 1:2-Anschlusstreffer für Viktoria Berlin erzielt und damit etwas Hoffnung zurückgebracht in den Jahnsportpark. Hoffnung darauf, doch noch die Liga halten zu können, die dann aber drei Minuten später von Lukas Krüger zerstört wurde, der zum 3:1 für den SV Meppen traf.

Sinnbildlich für die Berliner Situation an diesem Tag im Jahnsportpark vor 2.400 Zuschauenden. Kaum lief es mal gut für das Team von Farat Toku, legten die Meppener unmittelbar nach und machten jegliche aufkeimende Hoffnung wieder zunichte. Am Ende verloren sie 3:4 (0:0) und mussten sich damit nach einer Saison in der 3. Liga wieder zurück in die Regionalliga verabschieden.

„Es sollte heute nicht sein, aber die Jungs haben trotzdem nochmal ein gutes Spiel abgeliefert“, fasste Toku das Spiel nach Abpfiff zusammen. Die Berliner mussten in erster Linie gewinnen gegen Meppen und gleichzeitig auf Schützenhilfe vom MSV Duisburg hoffen, die beim SC Verl zu Gast waren.

Denn nur bei einer Niederlage der Ostwestfalen hätte Viktoria mit einem Sieg noch an Verl vorbeiziehen können in der Tabelle. Was in der Theorie gut klingt, konnten die Berliner am Ende nicht umsetzen.

Chefcoach Toku musste für das Saisonfinale auf seinen gelbgesperrten Mittelfeldspieler Christopher Theisen verzichten, der von Shinji Yamada ersetzt wurde. Ansonsten vertraute er auf das Team, das vor zwei Wochen den Überraschungserfolg gegen den 1. FC Saarbrücken feiern konnte.

Und seine Spieler zeigten von Beginn an, dass sie unbedingt gewinnen wollten und versuchten sich vor allem in der Anfangsviertelstunde immer wieder nach vorne zu kombinieren, ein gefährlicher Abschluss kam allerdings zunächst nicht zustande.

In der Folge verflachte die Partie ein wenig und nun waren es die Meppener, die etwas besser ins Spiel kamen und zunehmend die Kontrolle über das Geschehen erlangten. Nennenswerte Chancen blieben aber auch hier aus.

Faßbender schockte Viktoria mit seinem Treffer

Nach einer halben Stunde kamen die Berliner dann plötzlich doch noch zu ihrer großen Chance in der ersten Halbzeit und was für einer: Enes Küc kam links im Strafraum an den Ball und steckte den Ball an den Fünfmeterraum zu Yamada durch, der den Ball aus spitzem Winkel auf das Tor brachte, allerdings nur die Latte traf.

Franck Evinas Nachschuss wurde geblockt und prallte zu Lukas Pinckert, der vom Elfmeterpunkt mit voller Wucht abzog, letztendlich aber am stark parierenden Constantin Frommann scheiterte. Diese Dreifachchance gab den Berlinern etwas Aufwind und auch das Gegenpressing funktionierte in dieser Phase sehr gut, sodass Viktoria oft den Ball in der gegnerischen Hälfte eroberte und versuchte zu Abschlüssen zu kommen. Zählbares war weiterhin nicht dabei, sodass es mit 0:0 in die Pause ging.

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Zu diesem Zeitpunkt lag Verl gegen Duisburg mit 1:0 zurück und der Klassenerhalt schien greifbar nahe für die Berliner. Doch erneut währte die Freude nur kurz: Es waren erst drei Minuten der zweiten Hälfte gespielt, als Morgan Faßbender Viktoria schockte mit seinem Treffer zum 1:0.

Traten die Berliner in der Offensive noch sehr aktiv auf, agierte das Team von Toku dafür in der Defensive oftmals viel zu passiv, so auch beim Gegentreffer, als erst Kapitän Luka Tankulić in aller Ruhe zum Abschluss kam und Faßbender den Abpraller schließlich ins rechte untere Eck einschieben konnte.

„Ich fühle mich einfach leer, unheimlich leer“

In der 52. Minute dann der nächste Nackenschlag für die Berliner: Nach einem Handspiel von Yamada verwandelte Tankulić den fälligen Elfmeter sicher zum 2:0. Viktoria schien geschlagen, wollte sich aber trotzdem noch nicht aufgeben und kam folgerichtig in der 65. Minute zum Anschlusstreffer durch Menz.

Mal wieder ein kurzer Moment der Hoffnung, den die Meppener nur drei Minuten später durch Krüger wieder relativierten. Doch auch zu diesem Zeitpunkt steckten die Berliner nicht auf, spielten weiter nach vorne und verzeichneten Lattentreffer durch Küc und den eingewechselten Moritz Seiffert.

So konnte Tobias Gunte in der 85. Minute nochmal etwas für Spannung sorgen und in der 90. Minute mit seinem zweiten Treffer, diesmal per Kopf, sogar noch das 3:3 erzielen, aber wieder präsentierte sich das gewohnte Bild: Eine Minute später begrub der Meppener Richard Sukuta-Pasu mit dem sofortigen Gegenschlag die letzten Träume von Viktoria und besiegelte mit seinem Treffer endgültig den Abstieg.

„Ich fühle mich einfach leer, unheimlich leer. Es war ein unglaublich anstrengendes Jahr mit allem was dazu gehört, das Hoch am Anfang, wo eigentlich alles klappte und dann kam der Januar“, beschrieb ein niedergeschlagener Björn Jopek die Gefühlslage der Berliner. „Wenn wir dachten, schlimmer kanns nicht mehr kommen, kam aber doch immer wieder was.“

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