Hossein Vafaei rät Ronnie O’Sullivan zum Aufhören

Hossein Vafaei gewann im Januar beim Shoot-Out sein erstes Ranglistenturnier.
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Dass Hossein Vafaei am Snookertisch zum „Prinz von Persien“ werden konnte, grenzt an ein kleines Märchen aus 1000 und einer Nacht. Jahre vor seiner Geburt war Vafaeis Vater ins Koma gefallen und bereits für tot erklärt worden. Tatsächlich überlebte er und als später Hossein auf die Welt kam, bezeichneten sie den Jungen in der Familie liebevoll als „Wunderkind“.

Jetzt, im Alter von 27 Jahren, hat Hossein Vafaei für ein kleines sportliches Wunder gesorgt. Der Mann aus der südwestiranischen Stadt Abadan hat sich als erster Snookerspieler seines Land für die Weltmeisterschaft in Sheffield qualifiziert, dort trifft er in seinem Erstrundenmatch ab kommenden Mittwoch auf den früheren Champion Judd Trump aus England.

Auf den Weg ins Crucible Theatre hat Vafaei viele Hürden überwinden müssen. Nach der Revolution war Snooker im Iran lange verboten, kurz nachdem im Jahr 2000 wieder Klubs öffnen durften, brachte ihm sein Vater das Spiel bei. „Ich sah den Tisch und wollte sofort wissen, was das ist. Nach ein paar Monaten konnte ich mich nicht mehr davon losreißen“, erzählte er einmal.

Vafaei war ein Naturtalent, 2011 wurde er Amateurweltmeister und schien auf dem Sprung zu den Profis. Doch seine Entwicklung geriet auch aus politischen Gründen ins Stocken, denn weil Großbritannien und der Iran zwischenzeitlich keine diplomatischen Beziehungen mehr pflegten, bekam er kein Visum, um in England zu trainieren oder Turniere zu spielen.

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Ohne diese Möglichkeiten ist es für nicht-britische Spieler schwer, auf der Tour Fuß zu fassen. Immerhin konnte Vafaei in Irland weiter an seinem Snooker arbeiten und als er später endlich auch für das Vereinigte Königreich ein Visum bekam, nahm ihn Ronnie O’Sullivan unter seine Fittiche. „Ronnie hilft mir viel und gibt mir gute Ratschläge. Er ist einer meiner besten Freunde auf der Tour“, sagte Vafaei einmal über den Superstar seines Sports.

Umso erstaunlicher wurden nun seine Aussagen über O’Sullivan registriert, nachdem sich Vafaei für die WM qualifiziert hatte. „Ich denke, er sollte aufhören und es der jüngeren Generation überlassen, das Spiel populärer zu machen“, sagte Vafaei. Der sechsmalige Weltmeister habe nichts dafür getan, um Snooker größer zu machen, erklärte er. „Er steht seit 20 Jahren an der Spitze dieses Sports und was hat er für uns erreicht?“ O’Sullivan müsste einen Privatjet besitzen und ein riesiges Haus wie ein Fußballstar. Stattdessen spiele er immer noch um 50.000 Pfund und rede den Sport klein. Vafaei würde das definitiv anders machen, wenn er denn jemals so erfolgreich werden sollte wie Ronnie O’Sullivan.

O’Sullivan nahm Vafaei einst unter seine Fittiche, sie sind befreundet

Immerhin ist der forsche Mann aus dem Iran inzwischen schon bis auf Platz 18 der Weltrangliste vorgestoßen, im Januar gewann er mit dem Shoot-Out sein erstes Ranglistenturnier und schlug in der Qualifikation für Sheffield unter anderem den Berliner Simon Lichtenberg.

Bainahe schade, dass es in der ersten Runde nicht zum direkten Duell mit O’Sullivan kommt, der spielt schon am Samstag in seinem Auftaktmatch gegen Landsmann David Gilbert. Frühestens im Endspiel könnte er auf Vafaei treffen. Sollte es der Außenseiter soweit schaffen, würde er zuhause wohl wieder als „Wunderkind“ gefeiert werden.

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