Eric Mik wurde bei den Eisbären vom Jäger zu Gejagten

Eric Mik (r.) und seine Kollegen ließen gegen die Kölner Haie um Jonathan Matsumoto nur zwei Gegentreffer zu.
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Offensichtlich möchte Eric Mik jede Sekunde Eiszeit genießen, um sich bestmöglich auf den Auftakt des Play-off-Halbfinals gegen die Adler Mannheim am Mittwoch (19.30 Uhr) in eigener Halle vorzubereiten. Der 22 Jahre alte Verteidiger stampfte am Dienstagvormittag als erster Feldspieler seines Teams aufs Eis, während einige Kollegen gerade erst vom Kraftraum zurück in die Kabine schlenderten. Und er verließ das Eis erst, als die Eismaschine mit dem typischen Piepston signalisierte, dass alle vom Eis müssen.

Mik verkörpert, was Trainer Serge Aubin mit dem Begriff „Arbeitsethik“ umschreibt, die seine Mannschaft auszeichne. „Die Spieler haben eine enge Beziehung zueinander, egal, in welcher Zone sie gerade sind.“ Systemtreue, einander behilflich sein, Zweikämpfe intelligent führen, in all diesen wesentlichen Bereichen hat sich der Abwehrspieler verbessert und sich zu einem festen Bestandteil im Kader der Eisbären entwickelt. Nach der Viertelfinalserie gegen die Kölner Haie lobte Sportdirektor Stéphane Richer Mik ausdrücklich. „Er hat seine Sache super gemacht“, sagte er.

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Kölns Trainer Uwe Krupp sagte in seiner Berliner Amtszeit zwischen 2014 und 2018 Folgendes: „Irgendwas muss im Berliner Wasser sein.“ Er bezog sich damit auf den Nachschub an Talenten – gerade in der Abwehr. Zu dieser Zeit waren Kai Wissmann, 25, und Jonas Müller, 26, dabei, sich im deutschen Profi-Eishockey zu etablieren. Mittlerweile sind sie nicht nur Meister, sondern gehören zu den besten Abwehrspielern der Liga.

Dass Mik, Müller und Wissmann bislang alle Spiele in dieser Saison bestritten haben, zeugt von ihrer Robustheit. Die sie mit Frank Hördler, 37, verbindet, dessen erfolgreiche Karriere als Vorlage dient. „Es ist cool, dass wir alle bei den Eisbären ausgebildet wurden“, sagt Müller und betont: „Wir kommen aber alle bestens miteinander klar.“

Nur zwei Gegentore gegen Köln

Während es bei den Importspielern aus Gewohnheit immer wieder Veränderungen gibt – Nicholas Jensen und Morgan Ellis spielen erst seit dieser Saison in der Berliner Abwehr – haben die Eisbären ein stabiles Fundament aus Eigengewächsen erstellt, das für den aktuellen Erfolg steht. Korbinian Geibel kam gegen Köln ebenfalls zum Einsatz und dürfte in der Zukunft eine größere Rolle spielen. „Es ist keine Lüge, dass wir viel defensive Qualität haben“, sagt Mik. Aber das sind nicht nur die Verteidiger, sondern alle Mann. Das Verteidigen beginnt beim Stürmer und endet beim Torwart.“

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In der Play-off-Serie gegen Köln kassierten die Berliner nur zwei Gegentore. Auch wenn kein Geheimnis ist, dass der Mannheimer Kader über ungleich größere Qualitäten verfügt.
Trainer Aubin legt deshalb auch hohen Wert darauf, dass seine Mannschaft in den kommenden Spielen „diszipliniert und fokussiert arbeitet“. So wie Mik, der sein Werk unaufgeregt und souverän erledigt. „Wir brauchen ihn für einen guten Auftritt. Er hat sein Spiel definitiv gefunden“, sagt Aubin.

In der Hauptrunde spielte Mik auf verschiedenen Positionen, je nach Bedarf. Auch als Stürmer wusste er dabei zu überzeugen. Wie schon gegen Köln will er nun auch gegen Mannheim von diesen Erfahrungen profitieren. „Das Spiel aus dem Blickwinkel eine Stürmers zu betrachten, ist nicht verkehrt. Es hat mir enorm geholfen mal der zu sein, der die Verteidiger jagt und nicht immer nur der Gejagte zu sein.“

Auch im übergeordneten Sinn hat er einen Perspektivwechsel erlebt. „In der Jugend wollten wir Mannheim schon immer schlagen, weil sie das Maß der Dinge waren.“ Bei den Profis ist er mit den Kollegen nun der Gejagte. Um in dieser Rolle zu bestehen, nutzt Mik jede verfügbare Eiszeit.

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Eric Mik wurde bei den Eisbären vom Jäger zu Gejagten

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