Die Eisbären müssen auch im Erfolg Abschied nehmen

Blaine Byron (l.) hat sich in dieser Saison in den internationalen Fokus gespielt.
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Blaine Byron (l.) hat sich in dieser Saison in den internationalen Fokus gespielt.

Nach den verschiedenen Meisterfeiern der vergangenen Tage steht für die sportliche Führung der Eisbären in den kommenden Tagen noch mal jede Menge Arbeit an. Dass sich Sportdirektor Stéphane Richer erst Ende Juni ein paar Tage Urlaub genehmigt, liegt daran, dass in den kommenden Tagen und Wochen noch zahlreiche Entscheidungen getroffen werden müssen. Um dann mit dem richtigen Personal den dritten Titel in Serie angehen zu können.
Am Montagabend, als der Hauptsponsor Gasag zu einem Empfang im Weekend-Club am Alexanderplatz geladen hatte, konnte man zu fortgeschrittener Stunde, als sich die Profis nach und nach verabschiedeten, ganz gut erkennen, ob sie auch in der kommenden Saison noch das Trikot des Titelverteidigers tragen werden. Der Abschied von Torwart Mathias Niederberger nach München und das Karriereende von Frans Nielsen waren ja bereits am Nachmittag kommuniziert worden.
Blaine Byron etwa wirkte besonders ergriffen, als er mit dem Pokal vor der Kulisse des Fernsehturms posierte und die besten Szenen der vergangenen Play-offs – und davon gab es reichliche – gezeigt wurden. Als er später seine Abschiedsrunde startete, fiel immer wieder der Satz: „Danke für alles.“

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Der 27 Jahre alte Kanadier hatte sich in seiner DEL-Premierensaison nicht nur national in den Fokus gespielt. 42 Scorerpunkte in 43 Hauptrundenspielen sowie 14 weitere Zähler in den Play-offs haben für Interesse bei finanzstarken Klubs aus dem Ausland gesorgt. Zukünftig wird er wohl in Schweden spielen. Im vergangenen Jahr hatte Ryan McKiernan ebenfalls diesen Schritt vollzogen.

Der unerkannte Stürmer

Johan Södergran dankte Richer beim Händedruck ebenfalls und wünschte einen „guten Sommer“. Dass er weitaus unemotionaler wirkte als Byron mag daran liegen, dass sich der Schwede von seiner Exkursion nach Berlin womöglich mehr versprochen hatte. Zwar durfte er den Meisterpokal in die Höhe recken, was ein Privileg für jeden Profisportler ist. Allerdings konnte er sich nicht wirklich empfehlen für höhere Aufgaben in Nordamerika – das war das Ziel. Die maximal elf Lizenzen für ausländische Profis sind bekanntlich ein rares Gut.

Als Mark Zengerle das Haus betrat, um anschließend den Aufzug in Richtung Dachterrasse zu nehmen, stellte sich der US-Amerikaner beim Empfang im Erdgeschoss nur als Mark vor. Was zu einem eher peinlich berührten Lächeln des Gegenübers führte, denn offensichtlich fehlte demjenigen die Klarheit, ob es sich dabei um einen Spieler oder einen anderen Gast handelt.

Es handelte sich um den Stürmer, der insgesamt eher durchwachsene zwei Berliner Jahre erlebte. Zahlreiche Kollegen verbindet man mit den Titeln, Zengerle spielte eher eine Nebenrolle. Sein Vertrag wird nicht verlängert werden. Auch bei Simon Després endet das Arbeitspapier. Anders als im vergangenen Jahr, als nach Gesprächen die Zusammenarbeit fortgesetzt wurde, sieht es nun nach Abschied aus. Der Kanadier, der von Kollegen ohnehin als eher verträumt beschrieben wird, wirkte über den Dächern Berlins eher melancholisch im Vergleich zu den Mitspielern, die nur so strotzen vor Meisterenergie.

Fast teilnahmslos ließ Marco Baßler die letzte Etappe Meisterfeier über sich ergehen. In den Play-offs spielte er keine Minute. Trotz eines Vertrags bis 2023 spricht das nicht gerade für den Stürmer, der während der Saison aus Straubing gekommen war.

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Die Eisbären müssen auch im Erfolg Abschied nehmen

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