Der 1. FC Union und der SC Freiburg spielen um Europa

Nico Schlotterbeck wurde bei Union mit Blumen verabschiedet. Am Samstag dürfte er von seinen Ex-Kollegen nicht geschenkt bekommen.
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Eigentlich blickt Urs Fischer schon jetzt mit ziemlich viel Freude auf die Saison zurück. Im Herbst hat er mit dem 1. FC Union die ersten europäischen Erfahrungen gesammelt, im vergangenen Monat verpasste das Team nur knapp das DFB-Pokalfinale. Und nun, zwei Spieltage vor Schluss, hat Union fünf Punkte Vorsprung auf Platz acht und steht damit wieder mit einem Fuß in der Tür des internationalen Geschäfts.

„Es ist außergewöhnlich, was wir in dieser Spielzeit bis jetzt geleistet haben“, sagte Fischer vor dem Auswärtsspiel beim SC Freiburg an diesem Samstag (15.30/ Sky). Gleichzeitig warnte er, dass die Saison „noch nicht jetzt ganz vorbei“ sei.

Einen Schritt muss Union noch gehen, um im zweiten Jahr nacheinander wieder alle Erwartungen zu übertreffen und sich für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren. Mit einem Sieg gegen Freiburg wäre Platz sieben sicher. Sollte Hoffenheim im Parallelspiel gegen Bayer Leverkusen verlieren, würde sogar eine Niederlage zum erneuten Einzug mindestens in die Conference League reichen. Aber darauf zählt Fischer nicht, und weil Hoffenheim das leicht bessere Torverhältnis hat, blick er immer noch etwas vorsichtig über die eigene Schulter.

„Im Moment sind wir Siebter, haben fünf Punkte Vorsprung, aber das kann trügen. Wir tun gut daran, uns nicht aufs letzte Spiel zu verlassen“, sagte Fischer. Das gilt auch deshalb, weil drei Punkte am Samstag vielleicht sogar mehr als die Conference League bedeuten könnten. Mit einem Sieg wäre Union vor dem letzten Spieltag nur noch einen Punkt hinter Freiburg, und könnte nach dem Dämpfer in Fürth realistisch wieder von der Europa League träumen. Das wäre nicht nur eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr, sondern auch deutlich lukrativer für den Verein.

Es ist also eine Art Endspiel, und eines, das Union durchaus gewinnen könnte. Die Bilanz gegen Freiburg ist gut. Von den bisher sechs Pflichtspielen gegen die Breisgauer seit dem Bundesliga-Aufstieg 2019 verlor Union nur eines. Gewinnen konnte man im Schwarzwald sogar zweimal: in der vergangenen Saison in der Liga und im Herbst 2019 im Pokal.

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Einfach wird es aber nicht, zumal die Berliner mit einer geschwächten Abwehr in den Südwesten reisen. Wie Fischer erklärte, fällt Timo Baumgartl noch krankheitsbedingt aus, während Dominique Heintz das Training am Freitag frühzeitig abbrechen musste. Ein Einsatz gegen den früheren Arbeitgeber bleibt für den 28-Jährigen damit unwahrscheinlich. Das Wiedersehen mit dem einstigen Unioner Nico Schlotterbeck sollte hingegen klappen.

Dass Schlotterbeck ein Jahr nach seinem Leihe bei Union nun zu Borussia Dortmund wechselt, ist ein weiterer Beleg für die unglaubliche Entwicklung der Freiburger in dieser Saison. „Es ist unheimlich schwer gegen sie zu spielen. Sie stehen zu Recht im Pokalfinale“, lobte Fischer.

Freiburg träumt sogar noch von der Champions League

Auch in der Liga können die Breisgauer Geschichte schreiben. Sollte eine immer müder wirkende Leipziger Mannschaft am Sonntag gegen Augsburg verlieren, würde Freiburg mit einem Sieg gegen Union den vierten Platz so gut wie sicher haben. Dadurch ist Union in die unglückliche Rolle des Spielverderbers gezwungen. Denn es gibt in Deutschland wohl nur wenige neutrale Fans, die Freiburg dem Einzug in die Champions League nicht gönnen würden.

Klar ist aber, dass die Köpenicker erst einmal auf sich selbst schauen. Denn auch für sie ist noch viel drin: rein mathematisch gesehen sogar auch noch die Champions League. Wie Fischer am Donnerstag betonte, sollte Union also auch als leichter Außenseiter nicht tiefstapeln. „Wenn du zwei Spieltage vor Schluss Siebter bist, mit vier Punkten Rückstand auf Platz vier, dann musst du dir das verdient haben. Geschenkt haben wir es nicht bekommen, und zufällig ist es auch nicht“, sagte er.

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