Berlin Marathon erlaubt russischen Läufern die Teilnahme

Der Berlin-Marathon ist die größte Laufveranstaltung in Deutschland.
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Anders als bei anderen großen Marathon-Veranstaltungen weltweit werden in Berlin am 25. September auch viele russische und weißrussische Läufer an den Start für die 42,1 Kilometer gehen. Das bestätigte ein Sprecher vom Veranstalter SCC Events dem Tagesspiegel auf Anfrage.

Demnach werden wegen des Angriffskrieges von Russland in der Ukraine, der von Belarus unterstützt wird, lediglich Spitzenathleten aus den beiden Ländern vom Rennen ausgeschlossen. Sie würden nicht eingeladen und es gebe auch keine Zusammenarbeit mit den Verbänden. Das entspricht auch den Vorgaben des Leichtathletik-Weltverbandes.

„Diese Einschränkungen gelten nicht für Breitensportler:innen aus Russland und Belarus“, teilte der Sprecher von SCC Events weiter mit und rechtfertigte die Entscheidung. „Unsere Teilnehmenden, unabhängig von Herkunft, Ethnie oder Religionszugehörigkeit stehen gemeinsam bei unserer Veranstaltungen – genau wie wir –  für Weltoffenheit, Toleranz und Akzeptanz ein.“

Tatsächlich gibt es bereits hunderte Anmeldungen von Hobbyläufern mit russischer und weißrussischer Staatsbürgerschaft für die größte Laufveranstaltung Deutschlands. Dabei ist jedoch unklar, wie viele davon wirklich in Belarus oder Russland leben. Nach Angaben von SCC Events sind bislang „etwas über 850“ russische und „knapp 100“ belarussische Starter gemeldet. Auch aus der Ukraine gibt es zahlreiche Anmeldungen, bislang fast 550.

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Das entspricht in etwa dem Niveau von 2019 als der Berlin-Marathon letztmals ohne Corona-Auflagen stattfand. Damals gingen 750 Starter aus Russland in Berlin auf die Strecke. Insgesamt starteten damals rund 47.000 Sportlerinnen und Sportler. In diesem Jahr sollen 44.000 Teilnehmer zugelassen werden.

Auch beim Halbmarathon in Berlin vor zehn Tagen hatten die Veranstalter russische Hobby-Läufer zugelassen. 85 Sportler mit russischer Staatsangehörigkeit hätten das Ziel erreicht, ebenso 13 Starter mit einem ukrainischen Pass.

Bosten und London schließen russische Hobby-Läufer aus

Andere große Marathon-Veranstalter gehen deutlich strikter vor. Beim traditionsreichen Marathon in Boston, der am Ostermontag (18. April) zum 126. Mal durchgeführt wird, dürfen in diesem Jahr keine in Russland und Belarus lebenden Bürger der beiden Länder teilnehmen. Ausgenommen von dem Ausschluss sind Russen und Belarussen, die in einem anderen Land gemeldet sind. Diese Athleten dürfen teilnehmen, allerdings nicht unter der jeweiligen Landesflagge.

Beim Halbmarathon in Berlin waren viele ukrainische Flaggen an der Strecke zu sehen.

Auch in London, wo der Marathon am 2. Oktober stattfindet, dürfen in diesem Jahr keine Athleten teilnehmen, die in Russland oder Weißrussland leben. Zudem dürften russische Familienangehörige, die auf britischen Sanktionslisten stehen, ebenfalls nicht an dem Rennen teilnehmen, selbst wenn sie in Großbritannien wohnhaft sind.

In Deutschland dagegen scheut man diesen Schritt offenbar. Beim Hannover-Marathon vor zehn Tagen gingen auch einige russische Athleten an den Start, sagte ein Sprecher dem Tagesspiegel. Man gehe davon aus, dass die meisten Starter mit russischer Staatsangehörigkeit in Deutschland leben würden und Putins Krieg verurteilen würden. Man habe sich als Veranstalter zudem solidarisch mit der Ukraine gezeigt, etwa indem man die Startlinie in den Farben blau und gelb der ukrainischen Flagge gestaltet habe.

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