Alba Berlin sollte gegen Bamberg „keine allzu großen Probleme bekommen“

Louis Olinde hat selbst mal in Bamberg gespielt.
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Louis Olinde ist erstaunlich nah dran. „Darauf wartet man die ganze Saison. Wir haben jetzt 70 Spiele gespielt und richtig Bock auf die Play-offs“, sagt der Flügelspieler von Alba Berlin. Genau genommen waren es sogar 71 Partien seit dem Saisonbeginn Ende September, aber wer soll bei diesem Rhythmus noch den genauen Überblick behalten?

Die genaue Anzahl ist jetzt aber auch egal, denn ab sofort können sich die Berliner für die bisherigen 45 Siege nichts mehr kaufen – es zählt nur noch das Hier und Jetzt. An diesem Freitag (19 Uhr, Arena am Ostbahnhof und live bei Magentasport) startet Alba mit dem ersten Viertelfinale gegen Bamberg in die Play-offs, an deren Ende in etwa sechs Wochen die dritte Meisterschaft in Folge stehen soll.

Berlin gegen Bamberg, vor ein paar Jahren war das noch das Duell im deutschen Basketball. Die Franken sind zum 21. Mal in Folge in den Play-offs dabei, Alba sogar zum 32. – passenderweise ist das Spiel am Freitag das 100. Duell der beiden Serienmeister. Allerdings sind die Leistungsunterschiede mittlerweile recht groß. Die beiden Spiele in der Hauptrunde haben die Berliner mit insgesamt 44 Punkten Vorsprung für sich entschieden und als Hauptrundenerster sind sie gegen die achtplazierten Franken klar favorisiert.

Daran ändert auch die gute Form von Bamberg mit acht Siegen aus den letzten zehn Spielen nichts. „Sie haben einen guten Lauf, aber wir sind das bessere Team, und wenn wir mit Selbstvertrauen spielen, sollten wir keine allzu großen Probleme bekommen“, sagt Olinde.

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Diese Herangehensweise ist einer der Schlüssel für den Berliner Erfolg der vergangenen fünf Jahre. Alba will die eigenen Stärken ausnutzen, anstatt jene des Gegners einzudämmen. „Wir wollen schnell spielen, aggressiv spielen, so wie wir das die ganze Saison schon machen“, sagt Olinde. Gerade in den vergangenen Wochen hat das exzellent funktioniert.

Die letzte Niederlage auf nationalem Parkett kassierte Alba Ende März gegen Chemnitz, seitdem gab es elf Siege am Stück. „Natürlich nimmt man das Momentum mit, wenn man eine gute Phase hat wie wir“, sagt Olinde. Zusammen mit dem deutlichen Aufschwung des ganzen Teams ist auch der 24 Jahre alte Hamburger zuletzt wieder besser in Form gekommen. Im Februar hatte sich Olinde am Daumen verletzt und fiel wochenlang aus. „Das war eine schwierige Phase, danach ist es fünf, sechs, sieben Spiele nicht so gut gelaufen“, erzählt Olinde. „Aber mittlerweile habe ich den Rhythmus wiedergefunden und bin bereit für die Play-offs.“

Dass es im Viertelfinale gegen das Team geht, bei dem er ab 2016 seine ersten Schritte im Profibasketball machte und insgesamt vier Jahre verbrachte, ist für Olinde eine spezielle Situation. „Außer Chris Sengfelder und Patrick Heckmann sind im Team nicht mehr viele Leute übrig, aber es ist schon besonders – vor allem in der Halle, in der ich meine ersten Spiele als Profi gemacht habe“, sagt Olinde.

Die beiden Hauptrundenspiele gewann Alba mit zusammen 44 Punkten Vorsprung

Nach den zwei Heimspielen am Freitag und Sonntag (18 Uhr, Max-Schmeling-Halle) geht die Serie vier Tage später in Franken weiter. Es wäre keine große Überraschung, wenn die Berliner das Viertelfinale mit dem ersten Auswärtsspiel hinter sich lassen würden. Aktuell liegt der Fokus aber nur auf dem Auftakt in Berlin, dem nicht nur Olinde eine besondere Bedeutung beimisst. „Wer das erste Spiel gewinnt, hat taktisch einen kleinen Vorteil“, sagt Albas Trainer Israel Gonzalez.

Während in der Mannschaft viele Spieler ganz klar von der Titelverteidigung als Ziel sprechen, kommuniziert der Coach aus Spanien ganz in der Tradition seines Vorgängers und Lehrmeisters Aito Garcia Reneses deutlich zurückhaltender. „Wir wollen unsere Entwicklung fortsetzen, uns verbessern“, sagt Gonzalez gefragt nach seinen Erwartungen für die Play-offs, fügt kurz darauf aber noch an: „Jetzt ist die Zeit, um sich zu messen.“ Dabei muss er weiter auf den seit Monaten verletzten Dreierspezialisten Marcus Eriksson verzichten. Tim Schneider kommt nach seiner Meniskus-OP für die ersten beiden Spiele nicht in Frage, dürfte aber im weiteren Verlauf der Play-offs zurückkehren.

Für Sportdirektor Himar Ojeda verschieben sich in dieser Phase des Jahres die Prioritäten. Alba will seinem Basketballstil zwar auch in den Play-offs treu bleiben, doch wandert der Fokus nun von einer mittel- beziehungsweise langfristigen Perspektive in die Gegenwart. „Bisher ging es uns um die Entwicklung, jetzt geht es nur noch um den Wettbewerb“, sagt Ojeda. Nach fast zehn Monaten der Arbeit will Alba nun die Ernte einfahren.

Mit dem bisherigen Verlauf der Saison ist der Spanier sehr glücklich und wie so viele Verantwortliche bei Alba tut er sich schwer, seine Zufriedenheit an Platzierungen festzumachen. „Wenn wir das Finale erreichen sollten, wäre das gut“, sagt Ojeda, doch eigentlich will er so weit noch gar nicht denken. Als Warnung führt er die vergangene Saison an. Damals verlor Alba das erste Halbfinale gegen Ulm in eigener Halle, Schlüsselspieler Luke Sikma war verletzt. „Da hätten wir auch ausscheiden können“, sagt der Sportdirektor. „Wir sind favorisiert, aber das ist Basketball.“

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